...nicht immer.
So, es ist einige Zeit vergangen und ich befinde mich mittlerweile im 3. Trimester der Schwangerschaft. Der Bauch wächst ein wenig aber nicht zuviel.
Wir haben das Kinderzimmer endlich fast fertig. Gestrichen, gehämmert, geklebt, ... sieht wirklich genial aus.
Die Zeit verging wirklich wie im Flug.
Im Dezember noch mit Frühwehen im Krankenhaus, Wehenhemmer, Lungenreifespritze, Angst ohne Ende. Und jetzt: Still ruht der See.
Mir geht es soweit ganz gut, auch wenn mich eine Blasenentzündung nach der anderen plagt und ich mir nur noch wünsche endlich wieder richtige Medikamente nehmen zu können.
Jeder hat ihn, jeder liest ihn,.. Schwangerschaftsratgeber.
Aber es gibt tatsächlich Dinge, die ich in keinem Ratgeber lesen konnte:
- Es fühlt sich unglaublich an schwanger zu sein, ohne das man sich richtig schwanger fühlt. Der Bauch und die Brüste beginnen zu wachsen, aber wirklich auffallen tut das keinem. Die Hosen werden langsam enger..und das alles ohne das man die Bohne überhaupt spürt.
- Wie unfassbar müde man ist. Ich hatte am Anfang das Gefühl mir hätte jemand den Stecker gezogen. Ich konnte meist schon bei GZSZ einschlafen und war morgens um Zehn immer noch hundemüde.
- Wie anders alles riecht. Man sollte wirklich davon absehen ein neues Parfum zu kaufen. Mein Lieblingsparfum fand ich zum kotzen, von Biergeruch wurde mir übel und Kaffee konnte ich von einem Tag auf dem anderen nicht mehr trinken.
- Man freut sich unfassbar und hat gleichzeitig eine unbändige Angst um die Bohne.
Dann diese Gedanken die in mir kreisen: schaffe ich das alles? Mein Leben hat doch sonst eher einem Chaos geglichen als alles andere. Ich habe sooft alle um mich herum beneidet, die den perfekten Freund mit der perfekten Wohnung haben, dazu ein gnadenloser Finanzplan mit Bausparvertrag etc.
Ich hatte bisher immer das Gefühl nie wirklich irgendwo angekommen zu sein. Solange ich mich errinnere, war immer unterwegs. All die Beziehungen die genau dann in die Brüche gingen, wenn es anfing richtig zu schmerzen. Dieser Mann den ich beharrlich liebte und der mir beharrlich weht tat. Die Jobs, die ich mir erarbeitete und dann verlor oder nur halbherzig wollte. Man könnte es oft als Pech bezeichnen oder eben einfach nur: Leben.
Für mich fühlte es sich jedoch an wie ein ewiges Fast. Fast glücklich. Fast liiert. Fast da.
Ich habe natürlich eine Riesenangst, das auch hier wieder alles kaputt geht, weil bisher immer alles kaputtgegangen ist.
Ich wäre so gerne aus dem Gröbsten raus, aber ich bin gerade ins Gröbste hineingeschlittert. Ich bin 32 Jahre alt und erwarte mein erstes Kind.
Es lässt mich innerlich weinen und lachen! Ich freue mich sehr auf dich - Bohne.